Sonntag, 19. Juli 2015

Gladstone

Nach 3 Nächten in Scarness verbringen wir eine Nacht auf einem freien Campingplatz am Calliope River bei Gladstone. Der Platz ist sehr schön, sehr beliebt (liegt wohl auch am nicht vorhandenen Preis), hat Toiletten (5 Min Fussweg entfernt) — und einen ersten Hinweis, dass wir uns ab nun in Krokodil-Territorium aufhalten. Noch ist es unwahrscheinlich, aber mit jeder Tagesreise nördlich von hier werden die großen Echsen wahrscheinlicher werden. Jedenfalls verbringen wir hier, ohne Dusche oder Wasserhahn, ohne kaltes Bier oder Sekt den 52. Hochzeitstag von Siegfried und Elke, bei Spaghetti mit roter Soße und klein geschnittenen Würstchen von Vortage (wir müssen Lebensmittel aufbrauchen, da wir von hier für 5 Tage auf eine Insel gehen) — herzlichen Glückwunsch zum Hochzeitstag!

Samstag, 18. Juli 2015

Scarness (Hervey Bay)

Wir sind jetzt seit etwas mehr als einer Woche unterwegs. Bei Glass House Mountains (Beerwah) wohnten wir auf einem Stadt-Campingplatz neben dem Sportplatz. Die Kinder waren mit dem Ball unterwegs, sobald wir angekommen waren. Denen geht es gut :) Das Ziel in Glass House Mountains war vor allem der Australia Zoo, zu dem die Jungen mit den Großeltern gegangen sind um alles über Kanguruhs und Beuteltiere im Allgemeinen zu lernen, und auch über Krokodile. Unglaublich, mit welchem Fachwissen die Vier uns am Abend begrüßt haben: “Niemals näher als 50 m neben einem Krokodilgewässer zelten / kein Geschirr spülen in Krokodilgewässer”. Peter und ich nutzten den freien Tag, um die Glass House Mountains selbst näher kennen zu lernen. Morgens kletterten wir auf Mount Ngungun und genossen den Rundumblick auf all die anderen “Glasssplitter-Berge”. Direkt Nebenan war ein gewaltiger fast kegelförmiger Berg mit einer senkrechten Ostwand aber besteigbar aussehener Westseite. Also sind wir zum Mount Tibrogargan gefahren, dann aber doch nicht hinauf gestiegen, da er eine ernsthafte Kletterung, nicht nur eine Wanderung, versprach. Stattdessen eine grosse Umwanderung des Berges, durch lichten Eukalyptuswald und auf andere kleinere “Glassplitterberge”. Ein sehr entspannter Tag, der und die Glass House Mountains sehr viel näher gebracht hat, da wir sie nun unterscheiden können: Ngungun, Tibrogargan, Cooee, Beerwah, und wie sie alle heissen.

Von dort ins Feriendorf Hervey Bay. Wiederum für mehr als eine Nacht, da wir dringend Wäsche waschen müssen, und zudem eine Waltour machen möchten. Fühlt sich wunderbar an, wieder mal saubere Wäsche an zu haben, und auch die Kinder mal wieder in gewaschener Wäsche zu wissen :-) Die Walsaison beginnt gerade erst, unsere Chances auf Wale werden mit 50-50 benannt. Der Kapitän hatte am Vortage 2 Wale gesichtet, und hält zuerst auf den gleichen Flecken in der Bucht zwischen Hervey Bay und Fraser Island zu. Aber per Radio hört er von zwei Walen näher am Festland, hinter Big Woody Island. Also Kehrtwendung und mit Volldampf zurück. Die See ist rau und kommt nun von vorne. Wir werden kräftig durch geschüttelt und -gepustet. Die Kinder sind nur mässig begeistert. Aber wir finden die Wale, und hängen uns für die nächsten 3 Stunden an ihre Fährte. Sie scheinen sich nicht an dem Boot zu stören. Sie ziehen zwar keine grosse Show ab, springen insgesamt nur 2 mal, aber sie haben auch keine Scheu vor uns. So ziehen wir für 3 Stunden mit unseren beiden Walen mit, haben sie neben uns atmen - bekommen sogar einmal ihren Atem ins Gesicht (nass und stinkig). Zwischendurch tauchen 4 Delfine auf, die neben dem Boot spielen, und dann alle 6 zusammen, 4 Delfine und zwei Wale. Sehr beeindruckend! Vati hat sich zum Schutz gegen den Wind ein Bandana um den Kopf gewickelt und sieht so breitbeinig auf dem schwankenden Schiff stehend, mit Bandana um den Kopf und Kamera vor den Augen, so ganz und gar nicht mehr aus wie der Mann, den man aus Schieder kennt. Reisen verändert den Charakter :-)

Den Jungen gefällt die Urlaubsatmosphäre von Hervey Bay. Sie verbringen viel viel freie Zeit auf dem Spielplatz nebenan. Von zwei Männern, die mit einem Footy Ball spielten, lassen sie sich in die Regeln und Tricks von Aussie Football einweisen und bekommen am Ende einen roten Soft-Footy-Ball geschenkt. Ah, noch einmal 7 Jahre alt sein, und von allen verwöhnt werden, das wäre toll!

Dienstag, 14. Juli 2015

Ich finde Gefallen am Winter Camping


Seit einer Woche unterwegs. Langsam kommen wir in die Routine des neuen Lebens. Die Handgriffe sitzen besser, Zeltheringe und Gummihammer sind jetzt schneller zur Hand, die Plane faltet sich schneller auseinander und auch zusammen.

Vorletzter Stop in Byron Bay, wo es keinen NationalPark gibt, dafür aber die östlichsten Punkt vom Festland Australien. Entsprechend viele Reisende. Campingplatz sehr schön, aber unglaublich teuer. Das können wir uns nicht jeden Tag leisten! Da mag die Dusche noch so toll sein, die Preise sind nicht gerechtfertigt. Also nur eine Nacht in Byron. Diese Nacht aber genossen: Aussie BBQ am Abend. Morgens den Wecker auf 6:00 gestellt (noch dunkel) und zum Sonnenaufgang an den Leuchtturm. Sehr schön! Und das ganze Meer voller Wale! Die meisten ziehen nur atmend vorbei, aber einige springen auch. Buckelwale eben, die ab und zu immer eine Show des Springens machen, niemand weiss so ganz genau, warum

Byron Bay Leuchtturm

Buckelwale 


Vom kommerziellen Campingplatz nun in den Nationalpark. Kontrastprogramm.

Die Tage sind angenehm warm. Nicht umsonst haben wir uns den Winter als Reisezeit ausgesucht. Aber vor den Nächten hatte ich ein wenig Respekt, weil ich im Vorfeld nicht recht einschätzen konnte, wie warm oder kalt sie werden. Aber nachdem wir seit drei Nächten unsere Schlafsäcke heraus geholt haben, und mit diesen Schlafsäcken unter den Winterdecken kuschelig warm waren, konnte uns auch die vergangene Nacht in Springbrook National Park nicht schrecken. Springbrook liegt an der Grenze von NSW zu Queensland. Steile Berge, UNESCO Werltnaturerbe Gondwana Regenwald. Wir haben auf ca. 750 m Höhe übernachtet in einem NationalPark Campground und hatten morgens beim Aufwachen 0 Grad C im Zelt und Frost auf Auto und Natur. Vor dem Frühstück einen schnellen Aufwärm-Spaziergang zum nahe gelegenen Wasserfall, und schon war die Sonne stark genug um uns mit 10 Grad zu verwöhnen :-)


Natural Bridge Wasserfall im Springbrook Nationalpark

Heute weiter nach Glass House Mountains, um morgen in den Australia Zoo zu gehen. Campingplatz am Sportplatz. Nicht edel, aber angenehm mit heißen Duschen und Strom. Deswegen auch heute wieder ein Blog-Eintrag. Gute Nacht nun.

Freitag, 10. Juli 2015

Drei Nächte unterwegs

Wir sind seit drei Tagen unterwegs, und langsam gewöhnen wir uns an die neuen Routinen. Heute gab es zum ersten Mal Kaffee MIT Zucker, da der Zucker bisher unauffindbar war. Auch tauchen immer mehr Taschenmesser auf (die dann direkt in den Hosentaschen, und damit zugreifbar aufbewahrt werden). Die kurzen Streichhölzer wurden durch längere ersetzt, die bisher “versteckt” waren, und die Frühstückszubereitung dauert nur noch halb so lange wie am ersten morgen…

Am ersten Tag sind wir spät losgekommen, da wir das Haus komplett geputzt hinterlassen haben, und vorbereitet für unseren Haussitter Holly, die sich auch um die Hühner kümmern wird. Danke Holly für das Haus-Sitting!

Erster Stop was Treachery Beach bei Seal Rocks. Nationalparlsgefühl. Strömender Regen, alle werden bis auf die Haut nass bevor wir Abendessen hatten. Kein toller Start. Aber wenn man das erst mal hinter sich hat, und seine gute Laune nicht verloren hat, kann alles nur noch besser werden. Nachts dafür, als wir unter dem prasselnden Regen wach lagen und uns fragten, wie regenfest unser Camper-Zelt ist, heulten die Dingos um uns herum. Ein irres Geräusch, ein Gefühl wie auf Fraser Island. Morgens beim Aufwachen dafür Sonnenschein und gleich sieht alles viel besser aus.





Zweite Nacht in South West Rocks direkt neben dem Trial Bay Goal. Zuletzt waren wir hier vor ca 10 Jahren mit Kevin und Sue, auf dem Rückweg von Fraser. Diesmal keine Dingos, aber Känguruhs. Duzende, überall. Freu nach Bill Bryson’s “Frühstück mit Känguruhs”. Die Kinder werden von Peter in Fotografie eingewiesen. Niklas macht 160 Bilder von Känguruhs. Einige kämpfend, boxend, tretend, andere faul auf der Wiese liegend. Auch hier Regen über nacht, aber morgens aufwachen mit Sonnenschein. Das Frühstück nehmen wir “auswärts” ein — ein paar Meter weiter auf einem grossen Granitfelsen am Meer, mit Känguruhs hinetr uns und Walen im Pazifik vor uns. Vati ist so begeistert von unserem Frühstücksplatz, dass er das Essen fast vergisst!




Dritte Nacht haben wir nun in Bellingen aufgeschlagen, diesmal für 2 Nächte, da wir morgen in den Dorrigo National Park wollen. Unser Heim heute Nacht ist der Showground im Ort, mit tollem Gras, viel Platz für die Kinder um Ball spielen, und zum ersten Mal auch Strom. Der Strom erklärt, warum ich Blog schreiben kann.

Hier ist es nun abends 20:00 Uhr, es ist seit 2.5 Stunden dunkel. Niklas schläft seit einer Stunde im Britz Campervan der Grosseltern. Jonas liegt noch in unserem Camper Trailer und liest. In den letzten zwei Nächten waren die Kinder anders verteilt: Jonas bei Grosseltern und Niklas bei uns. Aber somit haben wir immer nur ein Kind mit uns auf der Queen Size Mattress, und somit Platz genug, um allen eine gute Nacht zu bescheren. Sehr praktisch, einen extra Kinderschlafplatz bei Grosseltern zu haben! :-)

Sonntag, 5. Juli 2015

3 Tage vor Abreise


Heute hattenwir noch mal eien Tag frei genommen und den Tag in der City verbracht im Australian Museum, dem Naturkundemuseum mti Sonderausstellung "Wildlife Photography of the Year". Ganz tolle Bilder, Weltklasse! In der Kategorie "Kinder 10 Jahre und jünger" fällt die hohe Qualität der Kameraausstattungen auf. Laut Peter wiegen die angegebenen Kameras mit Linsen 7-8 kg. Wenn es dann heisst, dass ein 8-jähriger morgens aufstand, um bei Sonnenaufgang auf die Wiese zu gehen, und dabei einen Skorpion mit aufgehender Sonne fotografiert, so fragen wir uns, ob nicht vielleicht doch ein hilfreicher Erwachsener dabei war?

Nach dieser Sonderausstellung jedenfalls eine Tour durch die Dauerausstellung des Australian Museums. In der Abteilung "Tödliches Australien" eine genaue Betrachtung der Schlangen, und ein wenig Spass mit den Eltern, dass sie nun ganz genau ausfassen sollen :-)

Noch drei mal schlafen im weichen, warmen Bett. Langsam wird es ernst. Die Liste des "sind-erledigt" wird länger: Steuererklärung, Darlehnsvertrag, Kommunikation mit Mietern sind erledigt. Ebenso stehen wir mit der deutschen Fernschule in Kontakt bzgl. Kursänderung (schaffen wir erst zum 4. Quartal, denn das dritte Quartal liegt fertig verpackt in den Kisten). Fast hätte es ein Problem gegeben mit online-Bankzugang, aber wir haben eine Notlösung gefunden bis Oktober (nicht elegant, aber sie tut). Nur ab Oktober müssen wir nun das Bankproblem wirklich gelöst haben...

Büchereibücher werden morgen zurück gegeben. Zudem morgen: Kopf-Taschenlampen kaufen (head torches) und Kiste für die Toolbox im Anhänger, Wäsche waschen, Handwerker bestellen, Kleidung packen, Spiele packen für die Kinder, Haus sauber machen für den Haussitter, Dateien kopieren und auf den Trip-Computern dabei haben. Lebensmittel wollen durchdacht und organisiert werden, und dabei gleichzeitig im Hinterkopf halten, dass die Jungen am Dienstag Geburtstag haben, also noch Kuchen gebacken werden wollen.

Den Eltern die Walkie-Talkie erklären und immer wieder darauf hinweisen, dass der Knopf heisst "push-to-talk", weil man ihn drücken muss zum sprechen. Ladegeräte für Elektonik, Sonnenbrillen, Strassenatlas, Waschpulver, Erste-Hilfe-Ausstattung...